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Datensicherheit – Kleingehacktes

Quelle:
Katharina Münk für working@office – das Magazin für professionelles Büromanagement

Datensicherheit – Kleingehacktes

Neulich habe ich morgens meinen Nachbarn aus dem dritten Stock im Aufzug getroffen. Er hat noch eine von diesen Aktentaschen mit Zahlenschloss, das er laut eigenem Bekunden wirklich benutzt, und ich weiß nicht, ob ich das nun spießig oder schon wieder ultramodern finden soll. Wo doch mittlerweile auch so mancher Geheimdienst wieder Schreibmaschinen angeschafft hat und darauf entstandene Dokumente völlig schnittstellenfrei in echte, analoge Schränke "einschließt"? 

Wenn ich darüber nachdenke, umweht meinen Nachbarn in meiner Wahrnehmung plötzlich ein Hauch von Verwegenheit, von faszinierender Unergründlichkeit. Doch neulich wehte der Hauch nicht lange. Denn mein Blick verfing sich – als ich ihm so im 4-Personen-Aufzug gegenüberstand – an einer Jutetasche, die er bei sich hatte. "Altpapier?", grinste ich. "Ja, wenn man so will", antwortete er etwas peinlich berührt. Schließlich rückte er mit der Sprache heraus: Das seien seine alten Kontoauszüge aus 2014. Die nehme er jetzt mit ins Büro, denn da gäbe es einen "Reisswolf". Sicherheitshalber. Man wisse ja nie. Dann verzog er das Gesicht und machte komische Bewegungen mit den Lippen: "Krrrrrrr, schnipp-schnapp, Krrrrrr, verstehste?" Hm. Aber er sei doch Online-Banker der ersten Stunde, wandte ich ein, mit Blick auf die Jutetasche. Warum dann schnipp-schnapp? Ja, aber so für die Finanzübersicht hätte er sich eben ab und zu auch mal ein paar Auszüge ausgedruckt. Und die Banken verschickten ja immer noch so unendlich viel Papier, ob man nun wolle oder nicht. Vorsichtshalber nickte ich verständnisvoll und wünschte noch einen schönen Tag. Doch eine Frage ließ mich nicht los: Was würde mein Nachbar machen, wenn irgendein anderer seine Daten höchst virtuell hackte, während er die dazugehörigen Auszüge akribisch analog hackt, bis die Krawatte Papier-Staub ansetzt?

Wie kommt es, dass heute immer noch metallisch glänzende "Mulden" ins Büro gerollt werden wie die Blechbüchsenarmee aus der Augsburger Puppenkiste, um Aktenordnerinhalte, Datenträger, CD´s, USB-Sticks, ja ganze Festplatten der professionellen Vernichtung und dem anschließenden Recycling zuzuführen? Und dann stehen wir da mit aufgekrempelten Ärmeln, in Jeans und flachen Schuhen und fragen: Kann das weg? Aufräumen. Herrlich. Befreit sind Schränke, Kopf und Seele. Wir lassen das Sicherheitsschloss an der Mulde zuschnappen, und dann kehren wir an unseren Schreibtisch zurück, entsperren den Bildschirm mittels Passwort und checken unseren Mail-Account, in dem zwischenzeitlich vierzig der insgesamt 220 Milliarden täglich versandten Mails eingetroffen sind. Eine davon ist vom Kollegen Wagner. Betreff: Vertraulich. Anlage: Agenda für die nächste Strukturrunde am 3. Juni. Verschickt außerhalb der dafür vorgesehenen Datenplattform. Aber immerhin ist sie verschlüsselt. Wir sehen weitere Anhänge. Ein ganzer Aktenschrank ging gerade durch die Leitung. Und danach eine Mail von Müller: "Oh. Betrifft das Köpferollen auch mich? Ich war da irgendwie mit im Verteiler." Wir ahnen Schlimmes: Ein Fehler im System? Virus? Trojaner? Oder einfach nur Blödheit? Da können wir nur hoffen, dass unser Firmenserver in Deutschland bleibt und die Firewall Schlimmeres verhindert. Aber sicher ist nur, dass nichts sicher ist.

Kurz darauf schüttelt sich das Firmenhandy, weil es gerade eine WhatsApp vom Chef erhält: "Sag mal, ich bin ja gerade im Gerichtsgebäude wegen dieser Causa Baumann. In welchen Raum muss ich denn?" Und in diesem Moment stellen wir uns lieber nicht vor, dass Mark Zuckerberg im entfernten Silicon Valley mit einem geschickten Algorithmus in Erfahrung bringen könnte, dass ein Verfahren gegen Baumann läuft. Man hätte es genauso gut twittern können. Vielleicht blicken wir aus dem Fenster, sehen zu, wie unsere Mulde datenschutzkonform im Lkw verladen wird, und müssen an Krrrrrrr-schnipp-schnapp-Krrrrrr denken. Sollten wir vielleicht doch die Anschaffung einer Datenvernichtungssoftware erwägen? Aber die wäre irgendwie ein Widerspruch in sich. Man weiß ja nie. Und den Inhalt digitaler Mulden kann man nicht recyclen. Es würde auch kein Lkw dieser Welt dafür reichen...

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